Finanzen
Dienstwagen als Elektroauto: Erfahrungen mit der 0,25-Prozent-Regel
Was Beschäftigte und Arbeitgeber berichten, wo die Rechnung aufgeht und wo nicht

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Seit einigen Jahren stellen immer mehr Unternehmen ihre Dienstwagenflotten auf Elektroautos um. Der Hauptgrund ist schnell genannt: die steuerliche Behandlung der privaten Nutzung. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Erfahrungsberichte von Beschäftigten und Fuhrparkverantwortlichen zeichnen ein differenziertes Bild.
Die Regel in Kürze
Wer einen Dienstwagen auch privat nutzt, versteuert dafür einen geldwerten Vorteil. Bei der pauschalen Methode sind das für einen Verbrenner monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises. Für reine Elektroautos gilt ein Viertel davon, also 0,25 Prozent, solange der Listenpreis unter der gesetzlichen Obergrenze liegt. Für Fahrzeuge, die ab Juli 2025 angeschafft wurden, liegt diese Grenze bei 100.000 Euro. Plug-in-Hybride werden mit 0,5 Prozent angesetzt, wenn sie mindestens 80 Kilometer elektrische Reichweite haben oder höchstens 50 Gramm CO₂ je Kilometer ausstoßen. Für den Arbeitsweg kommt ein weiterer Zuschlag hinzu, der ebenfalls entsprechend reduziert ist.
Was Beschäftigte berichten
Die häufigste Rückmeldung: Die Ersparnis auf dem Gehaltszettel ist deutlich spürbar. Ein Elektroauto mit 70.000 Euro Listenpreis erzeugt mit 0,25 Prozent einen geldwerten Vorteil von 175 Euro im Monat, ein vergleichbarer Verbrenner mit einem Prozent 700 Euro. Je nach Steuersatz bleiben so mehrere hundert Euro netto im Monat mehr übrig.
Zufrieden sind vor allem diejenigen, die zu Hause laden können. Wer eine Wallbox in der Garage hat, lädt bequem über Nacht. Viele Arbeitgeber erstatten den Strom dafür pauschal oder nach Zähler. Weniger begeistert äußern sich Beschäftigte ohne eigenen Stellplatz: Sie sind auf öffentliche Säulen angewiesen, was Zeit kostet und je nach Tarif teuer werden kann. Hier zeigt sich in Erfahrungsberichten immer wieder, dass Ladekarten mit festen Konditionen und Lademöglichkeiten am Firmenstandort den Unterschied machen.
Was Arbeitgeber beobachten
Fuhrparkverantwortliche berichten von einer höheren Akzeptanz, seit die Fahrzeuge reichweitenstärker geworden sind. Die Frage, ob man mit dem Elektroauto zum Kundentermin nach Hamburg kommt, stellt sich bei modernen Modellen kaum noch. Häufiger diskutiert werden die Ladeinfrastruktur am Standort, die Abrechnung des Heimladens und die Frage, welche Fahrzeugklasse zu welcher Position passt.
Für Beschäftigte, die keine verlässliche Lademöglichkeit haben, bieten manche Unternehmen bewusst Plug-in-Hybride an. Die Erfahrung zeigt allerdings: Nur wer regelmäßig lädt, profitiert ökologisch und finanziell. Ein Plug-in-Hybrid, der überwiegend mit Benzin fährt, verbraucht wegen des Zusatzgewichts mehr als ein vergleichbarer Verbrenner.